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| Von Gestern für Morgen | ![]() Blick vom mittelalterlichen Wohnturm auf die Sundgaugasse. Ganz im Hintergrund: Die Silhouette der Kalimine «Rodolphe II» dem Indsutriequartier des Ecomusée d'Alsace. Gegründet 1984, gehört das Ecomusée d'Alsace zu einem der umfangreichsten und bemerkenswertesten Freilichtmuseen Europas. Während seines 22-jährigen Bestehens zählte es über 6 Millionen Besucher. Es ist nicht nur das grösste Freilichtmuseum Frankreichs, sondern auch das Museum mit der höchsten Besucherzahl - von den Pariser Museen abgesehen. So ungewöhnlich wie die Anlage selbst sind auch die Ziele dieses Freilichtmuseums: Restaurierung und Präsentation bäuerlicher und industrieller Architektur zählen ebenso dazu wie das Bewahren des kulturellen Erbes und des Lebensstils vom Mittelalter bis in die heutige Zeit. Das Ecomusée d'Alsace repräsentiert das Gedächtnis ganzer Generationen und bietet eine aussergewöhnliche Mischung aus bäuerlicher und industrieller Architektur, einer Kali-Mine, traditionellem Handwerk, einem Bauernhof, kulinarischen Überraschungen, Volksfesten und ländlichen Feierlichkeiten... all dies in einer landschaftlich höchst reizvollen und geschützten Umgebung. Die Entstehung dieses Museums war ein langer Prozess – er hatte immer zum Ziel, einen Ort entstehen zu lassen, an dem sich vor allem Familien besonders wohlfühlen. So bieten zahlreiche Werkstätten und Präsentationen die Möglichkeit, sich für einen Tag oder mehr in eine andere Zeit versetzen zu lassen und in ein Leben einzutauchen, das heute fast vergessen ist. Überblick Auf einer Fläche von über 110 Hektar erstreckt sich das Freilichtmuseum mit einem Dorf aus über 70 (2006) traditionellen elsässischen Fachwerk-Häusern, einer echten Backstube, einem Bahnhof, einer Schule, einer Wasser- und einer Ölmühle, Kneipen, Gärten und verschiedenste Plantagen für Gewächse seltener oder bedrohter Sorten, wie beispielsweise über 200 Apfelsorten, die noch bis über den Zweiten Weltkrieg am Oberrhein gediehen und jetzt nur noch im Ecomusée d‘Alsace überleben… Entlang der Promenaden entdeckt der Besucher die Tiere auf dem Bauernhof, Handwerker-Werkstätten, wie die des Töpfers, des Wagners, des Stellmachers, des Schmieds und des Sattlers – lauter Spezialisten, deren altes Wissen langsam in Vergessenheit gerät. Das Ecomusée d'Alsace hat sich immer mit dem Thema «Haus» beschäftigt, das sich in seinem Namen wiederfindet: Das griechische Wort «oikos» bedeutet «Haus», und «Öko» kennen wir ja von «Ökonomie» oder «Ökologie» - französisch «économie, écologie» und eben «écomusée». Im erweiterten Sinne beschäftigt sich das Ecomusée d‘Alsace somit mit allem, was mit dem «Haus» zu tun hat: Angefangen vom Baumaterial bis zu den Beschäftigungen der Bewohner, die dem Haus Form und Funktion gaben, wobei das eine wie das andere eben auch von der Umgebung, von der Landschaft und dessen Naturprodukten abhängig war. In diesem Sinne hat das Ecomusée d‘Alsace in den letzten Jahren das «Internationale Festival des Hauses» ins Leben gerufen: Ein Freiraum für zeitgenössisches Experimentieren und Schaffen von Formen, an dem sich Architekturschulen aus den unterschiedlichsten Ländern Europas beteiligen. Eine weitere Station ist das «Haus der Geschmäcker und Farben», wo der Besucher bei Vorführungen und Verkostungen lernt, wie man sich früher über das Jahr hinweg ernährte und sich vielleicht auch an gewisse Spezialitäten erinnert, die man gerne wieder mal auf dem Speisezettel des Hauses und wohl auch anstelle von «MacDonalds» geniessen würde… ![]() Romantisch-nostalgisch Kermesse-Stimmung: Die Jahrmarkthalle mit den berühmen Fahrgeschäften wie das Salon-Karussell «Eden Palladium» aus der «Belle-Epoque» (im Hintergrund), das Sessel-Karussell (im Vordergrund) und der Nougat-Stand mit der «Barbe-à-Papa»- (oder Zuckerwatte-)Maschine. Auf dem Jahrmarkt («La Place des Manèges») entdecken grosse und kleine Gäste den Charme und die Nostalgie von Fahrgeschäften aus vergangenen Zeiten: Zum Beispiel das kultige Kettenkarussell oder der Karussell-Hit der 50er-Jahre mit den «topmodernen» Peugeot 203, aber auch das Marionetten- und Kasperletheater und, und, und… Jedoch speziell das Salon-Karussell «Eden Palladium» aus der «Belle Epoque» von 1906 mit seiner künstlerisch gestalteten und illuminierten Front von unglaublichen 23 Meter Länge - es ist das Prunkstück des historischen Jahrmarkts in der riesigen Jahrmarkthalle! ![]() Warten auf die Abfahrt von der Kalimine «Rodolphe II» zum Bahnhof «Ecomusée-Dorf»: Vier Kilometer im Schrittempo, eine «rasante» Fahrt von einer Viertelstunde… Nicht weit von dort wartet auf dem ersten Bahnhof der ersten internationalen Bahnlinie Basel–Strassburg von 1841 eine Eisenbahn-Komposition aus dem Jahr 1930 auf das Abfahrtszeichen des Bahnhofvorstehers. Er nimmt die Besucher mit in eine ganz andere Welt – in die der Kaliminen im elsässischen Kalibecken. Das heisst in das Industrie-Quartier des Ecomusée d'Alsace. Dort befindet sich die Installation «Clair de Mine» in der stillgelegten Mine «Rodolphe II» und zeigt das Leben der Minenarbeiter und die Entwicklung der Berbautechnologien von der Entdeckung des Kalisalzes im Elsass um 1904 bis zu dessen Erschöpfung um die Jahrtausendwende. So gibt es das ganze Jahr hindurch – bis hin zu den Festlichkeiten am Ende des Jahres – eine Menge zu entdecken: Der Besuch des Ecomusée d'Alsace ist eine Abenteuerreise auf den Spuren der Lebens- und Denkweise der Menschen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. ![]() Zum Inhalts-Verzeichnis |
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